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Igelgrundwissen
Igel gehören zu den Ältesten noch existierenden Säugetierformen, sie sind dämmerungs- und nachtaktive insektenfressende Winterschläfer.
Erwachsene Igel haben eine Körperlänge von 24 bzw. 28 cm, wiegen zwischen 800 und 1500 Gramm und haben zirka 6000 bis 8000 Stacheln.
Ein zusätzliches Sinnesorgan ist das Jacobsonsche Organ, begegnet einem Igel ein ihm unbekannter Geruch oder Stoff, beriecht und bekaut er diesen, bis schaumiger Speichel entsteht, mit dem er sich dann auf dem Rücken bespuckt. Diese Eigenart des Igels hat natürlich, wie viele Jahre fälschlicherweise vermutet, nichts mit Tollwut zu tun. Igel können ein Alter von bis zu 7 Jahren erreichen, die durchschnittliche Lebenserwartung liegt jedoch bei 2 bis 4 Jahren.
Die Paarungszeit liegt zwischen Mai und Ende August. Die Paarungszeremonie nennt man Igelkarusell, da das Männchen das Weibchen stundenlang umkreist. Nachwuchs stellt sich dann in den Monaten August/September nach einer Tragezeit von 35 Tagen ein mit durchschnittlich vier Jungen, die zwischen 12 bis 25 Gramm wiegen und mit geschlossenen Augen und Ohren und zirka 100 Stacheln zur Welt kommen. Die Männchen beteiligen sich an der Aufzucht nicht. Die Igelin säugt 42 Tage lang tagsüber, nachts geht sie selbst auf Nahrungssuche. Die Igelchen verlassen nach 25 Tagen erstmals das Nest zur Futtersuche, bei der sie beginnen auch feste Nahrung aufzunehmen, die Mutter begleitet die Jungen nicht und zeigt ihnen auch nicht, was zum Fressen taugt.
Nahrung
Die Hauptnahrung der Igel sind Laufkäfer, Regenwürmer und die Larven von Nachtschmetterlingen, außerdem fressen sie Hundert- und Tausendfüssler, Spinnen und sonstige Insekten. Besonders die braunen und roten Schnecken werden vom Igel verschmäht, andere Arten stehen auf seinem Speiseplan. Igel fressen kein Obst und kein Gemüse.
Lebensraum
Ein guter Lebensraum für Igel ist reich gegliedert, z. B. Nistgelegenheiten mit Hecken und Gebüsch.. Sie legen ihre Winterschlafnester vorwiegend unter schützendem Astwerk, etwa in Hecken, unter Bodendeckern, aber auch in Hohlräumen unter Garagen, Schuppen, Holzstapeln o. ä. an. Igeldurchlässige Zäune und Tore ermöglichen ihnen einen großen Aktionsradius. Das Aufstellen einer Trinkgelegenheit nicht nur im Sommer, sondern auch im Herbst ist von Vorteil.
Feinde
Die natürlichen Feinde des Igels sind Uhu, Fuchs und Dachs. Der größte Feind ist jedoch der Mensch durch seine vielfältigen Eingriffe in die Natur. Aufgeräumte Gärten bieten keinen Unterschlupf, im Gegenteil man stört Nistmöglichkeiten.
Dem Igel drohen in seinem Rückzugsgebiet zahlreiche Gefahren durch Elektrosensen, Giftköder, Beerennetze, Garten- und Brauchtumsfeuer, Pestizide und Insektizide, besonders durch Schneckenkorn, Schnüre, Folien, Drahtrollen, Folietüten, Dosen, Becher, Müllsäcke, Rasenmäher, Mistgabeln, Kellertreppen und -fenster sowie Gartenteiche ohne Ausstiegsmöglichkeit, Hülsen von Wäschespinnen, Gullys, Schwimmbecken, Schlagfallen und Laubsauger, diese saugen jegliche Nahrung für Igel auf und im schlimmsten Fall auch kleine Igel mit ein. Ein Laubhaufen im Garten schafft nicht nur einen Schlafplatz für den Igel, sondern gibt noch vielen anderen Kleintieren die Möglichkeit unversehrt über den Winter zu kommen.
Weiterhin kann der Igel durch ein versehentliches Einschließen in Gewächshäusern, Garagen und Geräteschuppen zu Schaden kommen.
Winterschlaf
Anfressen eines Fettpolsters, welches als Energiespeicher dient. Herabsetzen der Körperfunktionen, damit können sie bis zu einem halben Jahr ohne Futter auskommen. Im Winterschlaf verringert sich ihre Herztätigkeit und die Körpertemperatur sinkt von 36 Grad auf 5 Grad ab. Während des Winterschlafs verlieren die Igel 20 bis 40 % ihres Körpergewichts.
Sie können dem Igel helfen, indem Sie ihm in der Nähe seines Schlafplatzes noch bis zum Einbruch des Winters Futter in einer kleinen für Katzen unzugänglichen Behausung anbieten. Gern angenommen werden ungeschwefelte Rosinen, Nüsse, Katzen- und Hundefutter nass oder trocken bzw. spezielles Igelfutter, dieses sollte jedoch nicht als Alleinfutter gereicht werden. Ein Schälchen Wasser sollte nie fehlen. Er wird Ihre Hilfe dankend annehmen und Sie im Frühjahr mit einem frechen Tuckern und Keckern begrüßen.
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